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Begegnungsstätten

Ulrike Scherf besucht soziale Projekte in Grünberg und Wallernhausen

Helmut VölkelAuf dem Sofa sitzend, GruppenfotoGrünbergs Bürgermeister Frank Ide, Ulrike Scherf, Beate Hedejost, Bettina Wege-Lemp auf dem Sofa.

Die stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf hat in Grünberg das Projekt „SOFA" besucht. Kirchengemeinde, Diakonie und die Stadt Grünberg betreiben hier gemeinsam eine Begegnungsstätte. „SOFA" steht für „Sozialer Ort für Alle". Auch in Wallernhausen engagieren sich Kirche, Diakonie und Kommune gemeinsam.

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Scherf schaut sich in der Holzwerkstatt um. Kinder basteln dort.

„Das war ein großer Blumenstrauß an Aktivitäten“ fasste Ulrike Scherf,  stellvertretende Kirchenpräsidentin der EKHN ihre Eindrücke nach der Präsentation der Arbeit von SOFA zusammen. Sozialer Ort für Alle, das ist SOFA, gelegen mitten in der Altstadt von Grünberg. Ein reales Sofa gibt es auch, es steht in den gemütlichen Räumen der  Einrichtung und lädt zum Plaudern ein, erinnert aber auch an den Namen und die Bedeutung des Ortes.

 

Ein DRIN-Projekt

Fast zwei Jahre steht das Sofa jetzt in Grünberg, getragen vom Diakonischen Werk Gießen, der Stadt Grünberg und der Evangelischen Kirchengemeinde. Dass SOFA im Jahr 2016 starten konnte ist auch dem Projekt DRIN (Dabei sein - Räume entdecken - Initiativ werden - Nachbarschaft leben) von EKHN und Diakonie Hessen zu danken, so Beate Herdejost, Leiterin des Projekts. Mit SOFA ist eine Begegnungsstätte für das Freiwillige Engagement und das soziale Miteinander von Jung und Alt, für Alteingesessene und Neubürger, gegen Vereinsamung und Ausgrenzung entstanden.

 

Stadt Grünberg beteiligt sich 

Bürgermeister Frank Ide hebt hervor, dass es in Grünberg mit seinen ca. 14.000 Einwohnern, davon 6.000 in der Kernstadt ausgesprochen viele Menschen gibt, die sich engagieren.  Deshalb war es für die Stadt selbstverständlich, sich an dem Projekt zu beteiligen. Das SOFA ist ein Ort der Begegnung, zentral, einladend, freundlich, weitgehend kostenfrei und mit niederschwelligem Zugang. Helfer und Hilfesuchende kommen hier zusammen, hier entsteht Integration.

 

Gelebtes Miteinander - alle werden bereichert

Keimzelle war ein Strickcafé, das inzwischen regelmäßig von etwa 40 Frauen besucht wird. Hinzugekommen ist „Essen ist fertig!“, ein einmal wöchentlich angebotener Mittagstisch, 30 Lesepaten in den Grünberger Grundschulen, eine Hilfe bei der Arbeit mit PC, Laptop und Smartphone von Schülerinnen und Schülern für ältere Menschen, Deutschkurse für Flüchtlingsfrauen mit kleinen Kindern, ein Demenzcafé, aufgebaut in Kooperation mit einem ortsansässigen Pflegedienst und die „Vorleseopas“ im Kindergarten.

Besondere Bedeutung erlangt hat, so Beate Herdejost, der Offene Treff. Er ist „Kontaktbörse“ für Neubürger und Alteingesessene, für Jung und Alt und bietet auch die Möglichkeit, mit den zahlreichen geflohenen Menschen in Grünberg in Kontakt zu kommen. Grünberg ist, da sind sich alle Beteiligten einig, groß genug, um eine bunte Vielfalt von Menschen zu bieten, aber auch klein genug, um sich untereinander zu kennen und miteinander zu engagieren. Ohne die zahlreichen Ehrenamtlichen wäre all dies nicht möglich, allerdings auch nicht ohne Räume und Hauptamtliche, die die Ehrenamtlichen betreuen und unterstützen. Das DRIN-Projekt und die Stadt Grünberg finanzieren deshalb einen Teil der Stelle von Beate Herdejost mit.

 

DRIN-Förderung läuft 2018 aus

Wenn Ende 2018 die Förderung durch DRIN ausläuft bedarf es anderer Finanzierungsmöglichkeiten, Denn, auch da sind sich alle Beteiligten einig, das SOFA muss auch weiterhin in Grünberg stehen. Ulrike Scherf greift in ihrem Fazit auch  noch einmal die Bedeutung der DRIN-Projekte für die Kirchengemeinden auf. „Viele Kirchengemeinden“, so die stellvertretende Kirchenpräsidentin, „sind durch die Projekte erst wieder als Akteure im gesellschaftlichen Leben in ihren Kommunen deutlich geworden“. Das sollte bei einer Entscheidung über die Fortführung der Projekte natürlich bedacht werden.

 

Scherf besuchte auch das Familienzentrum Wallernhausen

In Wallernhausen, einem Stadtteil von Nidda, ist ein Platz für Bildung, Beratung, Betreuung und Begegnung an einem Ort entstanden. Der „Dorftreff Neue Mitte“ entspricht damit genau der Idee eines Familienzentrums. „Wir sind ein Typisches Dorf“ sagte Wolfgang Clotz, Wallernhausens Ortsvorsteher zu Beginn des Besuchs von Ulrike Scherf. Menschen aus 23 Herkunftsländern finden sich unter den 1.140 Einwohnern des Ortes. „Dörfer entwickeln sich, gehen mit der Zeit. Ein Grund, warum Wallernhausen sich für das Dorferneuerungsprogramm Hessen beworben hatte und von 1999 bis 2009 daraus Fördermittel erhielt.

 

Mittendrin statt nur dabei

Das Familienzentrum entwickelte sich aus dem Inklusionsprojekt „Dorftreff Neue Mitte“ des Diakonischen Werks Wetterau. In Wallernhausen musste eine Einkaufsmöglichkeit insbesondere für ältere Menschen geschaffen werden. So entstand der Dorfladen mit Cafe. Seit 2010 bietet der Dorftreff als Außenstelle des Psychosozialen Zentrums Nidda, wie dessen Bereichsleiter Stefan Dietz erläutert, niedrigschwellige Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Inklusion bedeutet selbstverständliche Gemeinschaft von Menschen mit und ohne Behinderung und aller Generationen. Anfangs gab es Schwierigkeiten mit dem Besuch der Einrichtung, weil, so Martina Clotz, Koordinatorin des Familienzentrums „ man sich auf dem Dorf an einem normalen Werktag nachmittags nicht in ein Cafe´ setzt, denken Andere dann doch: der hat zu viel Zeit“. Mit Hilfe von Gutscheinen wurden dann Besucher gelockt. Heute „läuft“ der Laden und ist wichtige Begegnungsstätte in der Mitte des Dorfes.

Gemeinsame Träger des Familienzentrums sind das Diakonische  Werk Wetterau, die Evangelische Kirchengemeinde und die Kita Die Kleinen Strolche e.V., eine Mitgliedseinrichtung der Diakonie Hessen. Ein Beirat mit Vertretern aller ortsansässigen Vereine, engagierten Bürgern, Kirche, und Diakonie erarbeitete im Juni 2014 Ideen und Projekte, die nach und nach umgesetzt wurden und werden Hans-Peter Seume, Bürgermeister der Stadt Nidda mit einer Fläche von  118 Quadratkilometern, weist deshalb darauf hin, dass besondere Formen der Zusammenarbeit insbesondere mit Kirche und Diakonie gefunden werden mussten und inzwischen erfolgreich praktiziert werden. So hätte etwa die Flüchtlingsarbeit ohne das vielfältige ehrenamtliche Engagement von Kirchengemeindemitgliedern nicht gelingen können.

 

Pfarrerin Beate Henke: „Wir alle denken das Dorf“.

Als besonderes Beispiel des dörflichen Zusammenhaltes kann der gemeinschaftliche Einsatz des Dorfes nach der Flutkatastrophe 2014 gelten. Der Dorftreff wurde zur Anlaufstelle in der Dorfmitte, dort wurde gemeinsam gegessen, wurden die Einsätze koordiniert, alle halfen allen. Auf die Frage von Ulrike Scherf, wie dieses gemeinschaftliche Engagement zu erklären sei erklärt Ortsvorsteher Clotz: „Alle Menschen im Dorf, auch die Jugendlichen identifizieren sich mit „ihrem“ Wallernhausen. Viele zwischenzeitlich weggezogene kehren mittlerweile gern ins Dorf zurück.

 

Ehrenamt ist Grundlage

Ehrenamtliche Mitarbeit ist die Grundlage der Arbeit des Familienzentrums berichtet Koordinatorin Martina Claotz, einzige hauptamtlich Beschäftigte. Dank der Anschubfinanzierung durch die EKHN konnte 2015 das Familienzentrum eröffnet werden. Die Mittel wurden bis Ende 2017 gewährt, inzwischen hat die Evangelische Kirchengemeinde beschlossen für dann weitere drei Jahre je 5.000 Euro zum Unterhalt zur Verfügung zu stellen. Aus den Anfängen mit Dorfladen und Bistro sind weitere Angebote entstanden, ein Mittagessen von Montag bis Samstag, ein Mehrgenerationentreff mit Café, eine Eltern-Kind-Oase für Eltern und Großeltern mit ihren Kindern und Enkeln, eine Sprechstunde für jedermann, eine Holzwerkstatt.

 

Kultur des Miteinanders

Ohne das besondere Gemeinschaftsgefühl im Dorf, die vielen „Kümmerer“ wie der Ortsvorsteher sie nennt, wäre all das nicht möglich Der Lokalpatriotismus hat in Wallernstein eine Kultur des Miteinanders entstehen lassen. Ulrike Scherf beeindruckt die Vielfältigkeit des ehrenamtlichen Engagements im Dorf, sie dankt allen Akteuren dafür. „Durch solch gemeinschaftliches Engagement kann ein Dorf aufleben, Wallernstein ist bestes Beispiel dafür“. Dass auch die Stadt Nidda ihren – finanziellen – Anteil an dieser Entwicklung hat, dafür dankt die Stellvertretende Kirchenpräsidentin den politisch Verantwortlichen und hofft, dass dieses Engagement ebenfalls fort gesetzt wird.

 

Von Helmut Völkel

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